Reiki nach Usui Sensei – der Fußball des New Age

Reiki ist zweifellos ein internationales, um nicht zu sagen globales Faszinosum. Daher bin ich geneigt, es als den Fußball des New Age zu bezeichnen, denn kaum eine andere Disziplin spiritueller Transformation und seelischer, sowie alternativer körperlicher Heilungstechniken erzeugt eine derart breite weltweite Begeisterung. Ebenso gibt es wohl auch kaum eine spirituelle Praxis, die von manchen Menschen – einer sehr viel kleineren Gruppe – derart vehement abgelehnt wird, was Reiki dann ja auch wieder mit dem Fußball gemeinsam hat. Was erzeugt nun diese Begeisterung? Reiki ist – wie Fußball – ziemlich einfach zu verstehen. Jeder kann nach einem Shoden-Kurs (Reiki 1) selbst Reiki bei sich und seiner Umwelt anwenden, genauso wie auch jeder körperlich halbwegs gesunde Mensch nach einigen Stunden Training dazu in der Lage ist, an einem Fußballspiel auf einfachem Niveau teilzunehmen.

 

Wie komme ich nun darauf, Reiki und Fußball zu vergleichen und gar Parallelen zwischen diesen beiden Phänomenen zu erkennen? Zunächst möchte ich daher einen Blick auf das Alter der beiden weltweiten Bewegungen werfen und stelle fest, dass sie in etwa gleich jung sind! Ja, sowohl Fußball als auch Reiki sind erst vor etwa 100 Jahren entstanden! Beiden ist ebenfalls gemeinsam, dass eine große Zahl von Autoren versucht, den Ursprung bis in die Antike zurück zu verfolgen, was aber lediglich darauf hindeutet, dass Friedrich Nietzsche mit seiner „ewigen Wiederkehr des Gleichen“ (aus „Also sprach Zarathustra“ – eigentlich wörtlich „ewige Wiederkunft“) einen Prozess angesprochen hat, der global gültig ist, was sich auch im vor über 2.000 Jahren entstandenen biblischen Klassiker „Es gibt nichts neues unter der Sonne.“ (Prediger 1,9) widerspiegelt. Wenn es also natürlich auch vor der Erfindung des Fußballs schon Ballspiele und vor der Erfindung des Reiki durch Usui Sensei schon Heilung durch Handauflegen gegeben hat, so sind doch die heute noch gültigen Regeln und Systeme erst in jüngerer Vergangenheit entstanden.

 

Eine weitere Gemeinsamkeit zwischen Reiki und Fußball liegt darin, dass sie beide auf bedeutenden Inselreichen entstanden sind: Fußball in Großbritannien und Reiki in Japan. Es gibt auch durchaus noch weitere Parallelen zu entdecken: Beide Reiche verloren geopolitisch weitgehend ihre Macht und Bedeutung und zugleich zogen ihre Erfindungen um die ganze Welt, wobei sie überall Begeisterung auslösten und dies immer noch tun, bis zum heutigen Tag! Ebenfalls interessant: Reiki hat in Japan über lange Zeit kaum noch eine Rolle gespielt, wird bei Seminarausschreibungen oft sogar in Katakana, einer Schrift die für ausländische (!) Begriffe gebräuchlich ist, geschrieben. England hingegen spielt im internationalen Fußball seit Jahrzehnten keine Rolle mehr. So wie es nun häufig ausländische Trainer (der Schwede Sven-Göran Eriksson bis 2006 bei der Nationalmannschaft, der Franzose Arsene Wenger bei Arsenal London, der Spanier Rafael Benitez bei Liverpool, der Brasilianer Luiz Felipe Scolari bei Chelsea) sind, die der englischen Nationalmannschaft bzw. ihren Vereinsmannschaften modernen Fußball beibringen sollen, sind es zunehmend Reikilehrer aus dem Westen, die Reiki in Japan wieder populär gemacht haben, wo es in der sich vor der Außenwelt und dem Westen weitgehend verschließenden „Usui Reiki Gakkai“ ein eher an eine Geheimloge, denn an eine der Verbreitung von Usui Senseis Wissen und Erkenntnissen verpflichtete Organisation erinnert. Hier gebührt Reikilehrern wie dem Deutschen Frank Petter oder auch den Engländern (!) Chris Marsh bzw. James Deacon Anerkennung, wenn man auch mit manchem nicht unbedingt einverstanden sein muss, was die betreffenden Herren an Schlussfolgerungen ziehen. Allerdings ist aus meiner Sicht unbestritten, dass diese westlichen Reikilehrer wesentlich dazu beigetragen haben, Reiki in Japan wieder populärer zu machen bzw. Geheimnisse der Ursprünge von Reiki nach Usui Sensei im Westen zu verbreiten.

 

Ebenfalls wichtige Parallelen sind im Bereich der Taktikdiskussionen zu entdecken: Im Fußball wie im Reiki gibt es große Diskussionen darüber, wie man es „richtig macht“. So wurde ja dem deutschen Trainer Otto Rehagel z.B. vorgeworfen, nachdem er die griechische Mannschaft 2004 zur Europameisterschaft geführt hatte, sein Team spiele keinen modernen Fußball, worauf „König Otto“ geantwortet hatte: „Modern ist, wenn man gewinnt.“ Ähnliche Vorwürfe gibt es ja auch immer mal wieder in der Reikiszene, wenn Neuerungen auftauchen, wie z.B. die Ferneinweihungen, die sich in den letzten Jahren weltweit als zeitgemäßer Trend durchgesetzt haben und Zigtausenden, wenn nicht gar Hunderttausenden von Menschen mittlerweile die Möglichkeit gegeben haben, sich und anderen Menschen mit den heilenden Energien von Reiki helfen zu können. Dazu ein Zitat des deutschen Arztes Samuel Hahnemann, dem aus der Ärzteschaft ein rauer Wind entgegen wehte, nachdem er die klassische Homöopathie entwickelt hatte: „Wer heilt, hat recht.“ Dass auch jemand wie Hawayo Takata, die Reiki ja – inzwischen erwiesener Maßen – massiv verändert hat, viele Heilungserfolge zugeschrieben werden, bestätigt ja nur ein weiteres mal den auch im Fußball bei der Europameisterschaft 2008 eingetretenen Effekt, als Spanien nun mit wirklich schönem modernem Fußball gewonnen hat: „Wer heilt hat recht – und modern ist, wenn man gewinnt!“

 

Noch ein Wort zu den Medien, insbesondere den elektronischen Medien: Auf diesem Wege kommen seit vielen Jahren Fußballspiele aus aller Welt in die Wohnzimmer praktisch aller Menschen, die das wünschen. Und so bringt auch die Reikifreundschaft den Menschen Reiki in ihr Wohnzimmer, die sich das wünschen. Nun gibt es auch hier Kritik aus den Reihen von Puristen: Manche behaupten, Fußball sei nur richtig Fußball, wenn man ihn im Stadion erlebt hat und Reiki nur dann Reiki, wenn man es in einem Seminar gelernt hätte. Dem möchte ich entgegenhalten, dass wir in jedem Fall ein Fußballspiel gesehen haben, ob nun in einem Stadion für teures Geld und mit einigen Unbequemlichkeiten oder am Bildschirm sehr viel günstiger und bequemer, was gleichermaßen auch für Reiki gilt: In jedem Fall habe ich eine Reikieinweihung erhalten, entweder relativ beschwerlich und teuer durch Anreise und Seminargebühren oder aber eben recht kostengünstig flexibel und bequem in der Online Reikischule. Schauen wir da doch noch mal genauer hin: Im Fußball heißt es: „Die Wahrheit liegt auf dem Rasen.“ Sie liegt also nicht beim Trainer. Wenn er keinen Erfolg hat, wird er entlassen. Warum sollte nun beim Reiki die Wahrheit beim Reikilehrer liegen? Tut sie das denn? Nein, meiner Erfahrung nach nicht. Im Reiki liegt aus meiner Sicht die Wahrheit in der Seele der einzuweihenden Person. Hier findet der geheimnisvolle alchymische Prozess statt, der im Westen Reikieinweihung genannt wird und den ein guter Reikilehrer bescheiden und zurückhaltend begleitet, ohne sich als Meister aufzuspielen. Da viele Menschen in der heutigen Zeit einen tieferen Kontakt mit ihrer Seele wünschen bin ich sicher, dass der Siegeszug von Reiki, wie der des Fußballs noch lange nicht am Ende ist, sondern in einer noch größeren Welle ein weiteres Mal um die ganze Erde gehen wird.

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